SARS-COV-2

Seit nun inzwischen nahezu einem Jahr beschäftigt uns das SARS-CoV-2 Virus und die schwerwiegende Erkrankung COVID-19. Ein neues Virus führt immer noch bei vielen zu Unsicherheiten und Ängsten. Zu Anfang fragten sich viele: Was kann das Virus wirklich? Handelt es sich nicht eher um eine schwere Virusgrippe? Im Laufe der Zeit wurde nun fast allen klar (mit einigen Ausnahmen), dass es sich NICHT um eine harmlose Virusgrippe handelt und der Verlauf der Erkrankung bei einer Infektion individuell sehr unterschiedlich und nicht vorhersehbar ist. Eine trügerische Sicherheit, in der sich einige wiegen wie z.B.: „ich bin doch noch jung, mir kann das Virus nichts anhaben!“ Denn es betrifft nicht NUR Menschen mit Vorerkrankungen oder Menschen in den höheren Altersstufen. Denn, junge Menschen können sowohl „lediglich“ Überträger sein als aber auch eine schwere Verlaufsform entwickeln. Hier gilt also die Devise, dass man eine Ansteckung unter allen Umständen vermeiden sollte. Bitte also weiterhin die bekannten Vorsichtsmaßnahmen wie Abstand, Maskentragen und Hygiene einhalten.

Aber es ist ein Licht am Horizont zu erkennen und es wird mit jedem Tag klarer und größer. Die verschiedenen Pharma-Unternehmen haben intensiv an einem neuen Impfstoff geforscht und die ersten Impfstoffe sind bereits zugelassen.

Nun fragen sich bestimmt viele Menschen: wie kann das sein? Impfstoffe brauchen normalerweise Jahre der Forschung und der Studien, bis sie dann endlich zugelassen werden. Doch hier ging es ungewöhnlich schnell. Hier ein paar Gründe, warum dies so war:

 

  1. Schon lange vor SARS-CoV-2 ist der Forschung das Coronavirus in Form von SARS und MERS bekannt und damit das Oberflächenprotein (Spike-Protein), welches für die Bindung an der Wirtszelle verantwortlich ist
  2. Klinische Prüfung, die meist nacheinander erfolgen bei der Austestung eines neuen Impfstoffes, wurden hier parallel laufen gelassen (Phase I/II). Die Prüfungsphase II wurde auch bereits gestartet während Phase I noch lief.
  3. Und nicht zuletzt wurde von Seiten der Behörden durch ein beschleunigtes wissenschaftlich-regulatorisches Beratungs- und Genehmigungsverfahren. Auch konnten früh die ersten Studienergebnisse zur Vorab-Bewertung an die europäische Arzneimittelbehörde (EMA) übermittelt werden.
  4. Auch wurden die Forschungen massiv finanziell unterstützt z.B. durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung

 

Der Impfstoff: 

 

  1. mRNA-Impfstoffe von BioNTech/Pfizer und Moderna. Eine neue Art der Impfung, die bisher noch nicht da gewesen ist. Allgemein kann man sagen, dass ein m(essenger)RNA des Oberflächenproteins (Spike-Protein) in den Muskel injiziert wird, um dann in die Zielzelle aufgenommen zu werden. Unsere Zellen präsentieren dann das Antigen (Erreger) auf ihrer Zelloberfläche. Dies wird von unserem Immunsystem als „falsch“ erkannt und es wird eine Immunreaktion ausgelöst und Antikörper werden gebildet. Die Impf-mRNA wird nach kurzer Zeit wieder von den Zellen abgebaut (RKI). Es gab Bedenken, dass die mRNA unsere DNA verändern könnte. Diese Angst ist jedoch unbegründet, da die mRNA nicht bis in unseren Zellkern vordringt und unsere Körperzellen auch nicht die Enzyme besitzen die mRNA in DNA umzuschreiben (FDA, RKI, Präsident des Paul-Ehrlich-Institut)

 

Die groß angelegten Studien der Impfstoffe (43.000 bzw. 30.000 Teilnehmer in der Phase III-Studie) zeigten eine Wirksamkeit von 94% in der Gruppe der über 65-jährigen. Um die Wirksamkeit zu erreichen, muss der Impfstoff jedoch zweimal in einem Mindestabstand von 21 Tagen (BioNTech) bzw. 28 Tagen (Moderna) appliziert werden. Ein längerer Impfabstand ist jedoch ebenfalls möglich (bis 42 Tage).

 

Nebenwirkungen wie Lokalreaktionen an der Einstichstelle treten bei knapp 80% der Geimpften auf. Besonders nach der 2. Dosis treten Müdigkeit, Kopfschmerzen, Schüttelfrost auf (50-60%). Muskel- und Gelenkbeschwerden bei ca 20% ; Fieber bei 10-15% der Patienten. Patienten mit schweren allergischen Reaktionen in der Vorgeschichte könnten nach der Impfung eine allergische Reaktion entwickeln. Hier ist eine Nachbeobachtungszeit aller Patienten nach der Impfung von 15 Minuten vorgesehen, damit der Arzt therapeutische Maßnahmen ergreifen kann. Insgesamt sind schwerwiegende unerwünschte Ereignisse bei 0,6% der Patienten zu verzeichnen (SafeVac2.0 à App des Paul-Ehrlich-Institutes, um an der Studie über unerwünschte Nebenwirkungen teilzunehmen, sie zu dokumentieren und weiter zu leiten)

 

 

  1. Der Impfstoff von AstraZeneca/Oxford-Universität

 

Ist ein sogenannter Vektor-Impfstoff, der mit Hilfe von Adenoviren die Codierung für das Spike-Protein in die Wirtszelle bringt. Aufgrund verschiedener Studien-Designs und den daraus resultierenden unterschiedlichen Ergebnissen der Wirksamkeit, müssen weitere Studienergebnisse abgewartet werden. Eine 90%ige Wirksamkeit ist jedoch in britischen Studien erzielt worden.

 

Häufig gestellte Fragen:

 

  1. Ein Impfschutz besteht ca 14 Tage nach der 1. Impfung. Den vollen Schutz bietet aber erst die 2. Dosis.
  2. Eine Kombination zweier Impfstoffe ist nicht erlaubt. Also wer die erste Impfung des Moderna-Impfstoffes erhalten hat, muss auch die zweite Dosis von Moderna erhalten.
  3. Zurzeit besteht keine Wahlmöglichkeit, mit welchem Impfstoff man geimpft werden wird, so lange noch nicht ausreichend Impfstoff verfügbar ist.
  4. Es laufen bei BioNTech Studien darüber, dass der Impfstoff auch gegenüber der Virusvarianten wirksam ist.
  5. Durch die Impfung soll auch die Virusausbreitung im „Impfling“ reduziert werden. Damit werden Menge und Dauer der Virusausscheidung verringert und damit eine Ansteckung weniger wahrscheinlich gemacht.
  6. Wie lange die Impfung einen Schutz bietet, wird jedoch noch in Langzeit-Studien getestet.
  7. Auch ich werde mich impfen lassen, wenn ich an der Reihe bin. Dies wird aber wohl noch einige Wochen dauern. Doch mein größter Wunsch ist es den Weg zurück in das gesellschaftliche Leben zu finden, welches wir im letzten Jahr verlassen mussten. Ich wünsche mir ein Leben ohne Masken zurück. Ich möchte das Lächeln der anderen Menschen wiedersehen! Ich möchte meine lieben Freunde und Verwandte wieder umarmen dürfen ohne Angst vor einer Ansteckung zu haben oder Sorge die anderen anzustecken. Ich wünsche mir gemeinsam mit Freunden und/oder der Familie am Meer sitzend den Sonnenuntergang beobachten zu können.

 

Nachfolgend ein paar interessante Links zum Thema SARS-COV-2

coronavirus.nrw

Hier erhalten Sie die aktuellen Informationen zu Testmöglichkeiten und dem derzeit geplanten Impfablauf. Betrieben wird die Seite von der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein.

 

Zusammen gegen Corona

Robert-Koch-Institut

Rhein-Sieg-Kreis

Schaubild NRW-Quarantäneverordnung

Nachfolgend alles rund um die Impfung:

Paul-Ehrlich Institut – Alle Infos zum Impfstoff

Stiko-Impfempfehlung (Stand 17.12.2020)

Impfablauf (Stand 17.12.2020, MAGS NRW)